Wie finde ich eine fremde IP-Adresse heraus?

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Kurz gesagt: Wer seine eigene IP-Adresse herausfinden möchte, kann das sowohl über sein Windows oder Mac Gerät, als auch über Webseiten machen. Eine fremde IP herauszufinden ist deutlich komplizierter.

Eine fremde IP Adresse ist natürlich nicht für jeden einfach so einsehbar und auch die eigene wissen nur die Wenigsten. Wenn die Internetverbindung allerdings mal sehr langsam ist und man merkt, dass hier etwas nicht stimmt, kann es sein, dass sich weitere Nutzer an den eigenen Anschluss "drangehängt" haben. Diese könnten nun unter anderem illegal Filme downloaden oder aber die Leitung für Updates und Co. nutzen. Natürlich kann man diese nun vom Router werfen und das Passwort ändern. Allerdings möchte man natürlich wissen, um wen es sich dabei handelte. Wer eine fremde IP-Adresse herausfinden möchte, ist hier genau richtig.

Was ist eine IP-Adresse?

Das Kürzel IP steht für Internet Protocol. Die IP-Adresse wird auch gerne als digitaler Fingerabdruck bezeichnet. Sie ist also einzigartig. Jedes Gerät aus einem Datennetzwerk brauche eine solche Nummer, um es somit eindeutig zu identifizieren. Das gilt allerdings sowohl für das eigene Heimnetzwerk als auch für das Internet selbst. Nur auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass der Datenstrom auch bei dem richtigen Gerät ankommt. Wenn nun eine Webseite aufgerufen wird, wird durch den Browser die IP-Adresse des Geräts übermittelt. Der Web-Server weiß dadurch, an welche Adresse das gewünschte Datenpaket nun geschickt werden soll.

Wie sieht eine IP-Adresse aus?

Viele werden dieses bekannte Beispiel der IP-Adresse kennen. Hierbei handelt es sich um die 192.168.0.1, welche noch nach dem alten Standard IPv4 aufgebaut ist. Dabei werden vier Zahlen im Bereich von 0 bis 255 aufgelistet, wobei jede Zahl mit einem Punkt von der darauffolgenden Zahl getrennt ist. Damit lassen sich allerdings nur eine begrenzte Anzahl an Zahlenkombinationen erschaffen.

Aus diesem Grund gibt es mittlerweile häufig IPs, welche nach der IPv6 aufgebaut sind. Die neuen IP-Adressen sind daran zu erkennen, dass sie aus acht Zeichenblöcken bestehen. Neben den Zahlen sind hier auch Buchstaben enthalten.

Beispiel für eine IPv6: 2001:0db8:0000:08d3:0000:8a2e:0070:7344

Eine IP-Adresse nach dem IPv4-Protokoll bietet theoretisch Platz für 4,3 Milliarden Adressen. Viel zu wenig, wenn man die Massen an angeschlossenen Geräten am modernen Internet bedenkt. Im Gegensatz dazu kann eine IP-Adresse im IPv6 Format auf ein Volumen von ca. 340 Sextillionen 1 IP-Adressen zurückgreifen. Das sollte genug Raum für mehrere Generationen bieten.

Wie kann ich die IP-Adresse von meinem PC herausfinden?

Wer seine eigene IP-Adresse herausfinden möchte, kann das über den eigenen Windows PC machen. Hierzu sind folgende Schritte nötig:

  1. Man geht bei Windows unten in der Startleiste auf "Start" und gibt im Suchfeld "Ausführen" ein.
  2. Es öffnet sich das "Ausführen"-Fenster. Hier wird nun "cmd" eingegeben und mit Enter bestätigt.
  3. Jetzt wird der Befehl "ipconfig" eingegeben und wieder bestätigt. Damit wurde die Netzwerkkonfiguration vom eigenen Rechner abgefragt.
  4. Nun wird der Name des Routers gesucht, zum Beispiel "FritzBox".
  5. Unter dem Eintrag "IPv4-Adresse" kann jeder nun seine IP-Adresse einsehen.

Wie bekomme ich die IP-Adresse von anderen heraus?

Während jeder in seinem eigenen lokalen Netzwerk die einzelnen IP Adressen für den Rechner sowie die Komponenten, wie zum Beispiel den Drucker oder den Smart TV, selbst vergeben können, ist das im Internet nicht der Fall. Die IP-Adressen sind im Internet immer eindeutig und einzigartig vergeben. Das bedeutet also, dass der Router, zum Beispiel die FritzBox, von dem eigenen Internetanbieter eine einmalige und eindeutige IP-Adresse zugewiesen bekommt. Über diese empfangen und senden wir nun im Internet die unterschiedlichen Daten. Dieser ist auch der richtige "Ansprechpartner" wenn man eine andere IP-Adresse herausfinden möchte.

Power Shell oder CMD

Mit einem speziellen Befehl kann man sich die fremde IP-Adresse problemlos anzeigen lassen. So zum Beispiel über die sogenannte Kommandozeile cmD2 oder aber Power Shell. Hier muss nun der Befehl netstart -a eingegeben werden. Anschließend öffnet sich eine Liste mit allen Verbindungen im lokalen Netz sowie dem Internet angezeigt.

Gut zu wissen: Keine Panik, der Aufbau dieser Liste kann einige Minuten in Anspruch nehmen. Es dauert also einen kleinen Moment, bis diese vollständig angezeigt wird. Die Liste selbst umfasst neben dem Port auch die lokale Adresse sowie die Remoteadresse und den aktuellen Status der Verbindung.

So finden Suchende in der Liste auf der einen Seite die Einträge mit IP-Adressen innerhalb von einem Adressraum für die lokalen Netze, der nur die netzinterne Kommunikation, wie zum Beispiel zwischen dem Rechner und NAS bildet. Des Weiteren werden hier auch die Einträge außerhalb von dem privaten IP-Raum, also die externen IP-Adressen, angezeigt.

Durch Webdienste fremde IP-Adressen herausfinden

Natürlich sind die Verbindungen von fremden IP Adressen wesentlich interessanter. Es ist also nicht selten, dass jemand eine fremde IP-Adresse herausfinden möchte. Hat man erstmal die IP-Adresse herausgefunden, kann man diese mit dem Befehl "Ping" anpingen und eventuell auch eine Antwort erhalten. Trotzdem sieht man dann nicht, wem die IP-Adresse gehört. Eine genaue Anschrift lässt sich über Windows und Webdienste also nicht ermitteln.

Um die IP zurückzuverfolgen kann man diese zum Beispiel bei einem WHOIS IP Lookup-Dienst eingeben. So kann man zum Beispiel herausfinden, dass die IP zum Adressraum von Dropbox gehört. Ist nun Dropbox auf dem PC installiert, braucht man sich also keine Sorge machen.

Allerdings kann es auch vorkommen, dass es sich um einen Anonymisierungsdienst von irgendwo auf der Welt handelt. In einem solchen Fall besteht die Gefahr, dass es sich um einen Virus oder einen Trojaner handelt, welcher im Hintergrund Daten ausspäht oder diese auf den PC übermittelt. In diesem Fall sollte man dringend das System direkt vom Internet trennen. Anschließend hilft ein Virenscanner dabei, den Computer auf eine mögliche Bedrohung zu scannen.

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, den Standort einer IP-Adresse herauszufinden. Hierbei handelt es sich aber nicht um eine genaue Adresse, sondern vielmehr um einen groben Anhaltspunkt. Der genaue Aufenthaltsort lässt sich also nicht lokalisieren.

Häufige Fragen zum Thema IP-Adressen herausfinden

Ja. Sobald der Polizei die IP vorliegt und hier der begründete Verdacht für eine Straftat vorliegt, ist es möglich, diese zurückzuverfolgen und den Inhaber der IP-Adresse zu ermitteln. So sind alle IPs bei jedem ISP (Internet Service Provider) gespeichert, über welchen sich nun der Besitzer ausfindig machen lässt. Wer also IP Adressen finden möchte, um so eine Straftat verfolgen zu lassen, kann diese anschließend an die Polizei weitergeben.
Bedingt. Die ungefähre Einortung einer IP-Adresse kann jeder selbst online durchführen. Schwierig wird es jedoch dann einen bestimmten Anschluss anhand der IP zu identifizieren, denn weil diese Daten nur der Internet-Service-Provider (ISP) besitzt, müsste dieser mitspielen. Und natürlich geben diese Unternehmen nicht einfach freiwillig Kundendaten heraus. Da müsste schon entsprechender Druck von Seiten der Strafverfolgungsbehörden herbeigeführt werden, um den Anschluss-Inhaber einer bestimmten IP-Adresse herauszubekommen.