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Wie finde ich eine vermisste Person wieder?

34 min Lesezeit

Insgesamt sind aktuell ca. 9300 Personen vermisst gemeldet1

Stand: 1.1.2023

Die Gründe für das Verschwinden einer Person sind vielfältig: Jugendliche Ausreißer, die dem Elternhaus entfliehen wollen, erwachsene Aussteiger, die sich von der Gesellschaft lossagen, sowie Personen, die einen Suizid planen, verschwinden aus eigenem Antrieb und wollen nicht gefunden werden. Andere werden Opfer von Straftaten wie Entführungen oder Mord, erleiden Unfälle mit Todesfolge, oder verschwinden im Zusammenhang mit einer Naturkatastrophe.

Ist eine Person in Ihrem Umfeld aus unbekannten Ursachen verschwunden, sollten Sie schnell handeln und die richtigen Maßnahmen ergreifen. Das erhöht die Chance, den oder die Vermisste wiederzufinden.

Ab wann gilt eine Person als vermisst?

Der erste Schritt bei der Suche nach Vermissten ist das Aufgeben einer Vermisstenanzeige bei der Polizei. Viele Menschen zögern jedoch, diesen Schritt zu gehen. Sie sind unsicher, wann eine Person als vermisst gemeldet werden darf.

Wann gilt eine Person als vermisst?

Damit eine Person als vermisst gilt, müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein: Die Person muss ihrem gewohnten Aufenthaltsort aus unerklärlichen Gründen fernbleiben, ihr aktueller Aufenthaltsort darf nicht bekannt sein und es muss von einer Gefahr für Leib oder Leben ausgegangen werden. Diese drei Punkte werden an einem Beispiel deutlich: Erscheint ein Mitarbeiter ohne vorherige Krankmeldung nicht auf der Arbeit, ist das noch kein Vermisstenfall, obwohl er seinem gewohnten Aufenthaltsort ferngeblieben ist. Kann der Mitarbeiter nicht per Telefon kontaktiert werden und wissen auch seine Angehörigen nicht, wo er sich befindet, wird er bei Hinweisen darauf, dass er seine Arbeitsstelle aufgrund einer Gefahrensituation nicht erreicht hat, als vermisst gewertet. Vermisst gemeldet werden muss der Mitarbeiter in diesem Fall nicht von seinen Familienangehörigen. Auch Kollegen oder sein Vorgesetzter können die örtliche Polizeidienststelle kontaktieren.

Müssen Sie 24 Stunden warten, bevor Sie eine Vermisstenanzeige aufgeben?

Viele Menschen glauben, dass sie eine Vermisstenanzeige erst aufgeben können, wenn die Person seit mindestens vierundzwanzig Stunden nicht erreichbar ist. Diese Regel wird oft im Fernsehen genannt, entspricht jedoch nicht der Realität.2 Sobald Sie befürchten, dass eine Person vermisst ist, sollten Sie die Behörden verständigen.

Unterschiede in den Regelungen bei vermissten Erwachsen, Minderjährigen und hilfsbedürftigen Personen

In Deutschland darf jede mündige, volljährige Person ihren Aufenthaltsort frei bestimmen. Deshalb wird der Aufenthaltsort von Erwachsene nur ermittelt, wenn von einer Gefahr für sie ausgegangen wird. Findet die Polizei die Person, kann diese selbst bestimmen, ob ihr Aufenthaltsort preisgegeben werden darf. Suchen Sie nach einem Erwachsenen, der nicht gefunden werden möchte, darf die Polizei Ihnen deren Aufenthaltsort also nicht ohne Genehmigung verraten.

Anders sieht es bei vermissten Kindern und Jugendlichen, sowie hilfsbedürftigen Personen aus. Diese dürfen im Gegensatz zu Erwachsenen nicht frei bestimmen, wo sie sich aufhalten. Ist ihr Aufenthaltsort unbekannt, gehen die Behörden immer von einer potenziellen Gefahr aus. Werden Minderjährige von der Polizei gefunden, kommen sie zu ihrem Schutz in staatliche Obhut wie eine Jugendeinrichtung, bis sie den Sorgeberechtigten übergeben werden können.

Eine Vermisstenanzeige bei der Polizei erstatten

Ist eine Ihnen bekannte Person verschwunden, geben Sie zuerst eine Vermisstenanzeige auf. Dazu melden Sie sich bei der Polizeidienststelle am Wohnsitz des Vermissten oder an dem Ort, an dem er sich zuletzt aufhielt. Die Polizei ermittelt dann in zwei Richtungen: Sie fahndet nach der vermisst gemeldeten Person und kümmert sich um die Identifizierung unbekannter hilfloser Personen oder Leichen und gleicht diese mit Vermissten ab.

Die Chance, dass eine solche Vermisstenanzeige zu einem schnellen Ergebnis führt, ist hoch: Täglich werden bis zu 300 Vermisstenfälle gelöst. Etwa die Hälfte der Fälle wird bereits innerhalb einer Woche nach Eingang aufgeklärt, bis zu 80% nach einem Monat. Lediglich 3% der Vermissten, die bei der Polizei gemeldet werden, bleiben länger als ein Jahr verschwunden.1

Welche relevanten Daten werden über die vermisste Person erfragt?

Bevor Sie sich bei der Polizeidienststelle melden, sollten Sie Informationen über die vermisste Person zusammentragen, die zu ihrer Identifikation genutzt werden oder Hinweise über ihr Verschwinden liefern können.

Eine der grundlegendsten Informationen ist der Name. Neben dem vollständigen bürgerlichen Namen sollten Sie auch Spitznamen oder Künstlernamen angeben. Geburtsdatum und -ort stellen sicher, dass der Vermisste nicht mit Personen desselben Namens verwechselt wird. Weiterhin sollten Sie alle Kontaktmöglichkeiten angeben. Hierzu gehören die Wohnanschrift, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Profile in sozialen Netzwerken, sowie Benutzernamen in Messengern, Foren und Ähnlichem. Halten Sie zudem eine Liste mit Kontaktdaten von Verwandten und Freunden bereit, sowie eine Liste mit Orten, die der Vermisste häufig aufsucht. Diese können der Polizei erste Anhaltspunkte für die Suche liefern.

Die Polizei muss sich ein Bild vom Aussehen des Vermissten machen. Dazu sollten Sie drei aktuelle Fotos zur Hand haben. Bringen Sie zur Not lieber mehr Bilder mit, wenn Sie unsicher sind, welche Fotos den Ermittlern am ehesten nutzen. Zusätzlich zu den Fotos wird man Sie auffordern, die vermisste Person zu beschreiben. Geben Sie Auskunft über Größe, Gewicht, Statur, Alter, Haar- und Augenfarbe. Hat Ihr Bekannter besondere Merkmale wie Tattoos, Narben oder Ähnliches, erwähnen Sie diese.

Neben unveränderlichen Merkmalen spielt das Äußere des Vermissten am Tag seines Verschwindens eine wichtige Rolle. Geben Sie Kleidung inklusive Schuhen und persönlichen Gegenständen wie Brille, Handtasche, Schmuckstücken oder Ähnlichem an. Halten Sie diese Informationen am besten ebenfalls in einer Liste fest. War der Vermisste mit einem Fahrzeug unterwegs oder ist in Besitz eines Fahrzeugs, dessen Verbleib Sie nicht kennen, erwähnen Sie auch dies. Lassen Sie nichts aus. Neben Autos und Motorrädern kann sogar ein Fahrrad wichtig sein.

Beschreiben Sie die Umstände des Verschwindens. Versuchen Sie, sich an so viele Details wie möglich zu erinnern. Ihre Schilderungen helfen den Beamten, die Situation einzuschätzen und den besten Ermittlungsweg einzuschlagen. Jeder Hinweis kann zur Lösung des Falls führen.

Vergessen Sie nicht, die Ermittler über gesundheitliche Bedenken zu informieren. Ist der Verschwundene Allergiker, nimmt er regelmäßig Medikamente ein, von denen seine Gesundheit oder sogar sein Leben abhängen, oder hat er eine Behinderung, beeinflusst das den Zeitrahmen, der den Ermittlern zur Verfügung steht. Zudem müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit medizinische Betreuung und die richtigen Medikamente bei Auffinden des Vermissten vorliegen. Stellen Sie am besten eine Liste sämtlicher Medikamente und gesundheitlicher Einschränkungen zusammen.

Wozu dient das "Informationssystem der Polizei" (INPOL)?

Die Personalien des Vermissten werden im Informationssystem der Polizei festgehalten. Auf dieses, kurz INPOL genannte, System haben deutschlandweit alle Polizeidienststellen Zugriff. Wird die Person bei einer Kontrolle der Polizei überprüft, meldet das System den Vermisstenstatus.

Zusätzlich zum Eintrag in INPOL wird der Fall auch in die sogenannte Datei "Vermi/Utot" aufgenommen. Das ist eine Datenbank von aktuell Vermissten, unbekannten Toten, sowie hilflosen Personen, die nicht identifiziert werden konnten. Dabei handelt es sich nicht nur um Fälle aus Deutschland, sondern auch um Fälle aus dem Ausland, die dem Bundeskriminalamt mitgeteilt wurden.

Im Gegensatz zur INPOL enthält die Datei Vermi/Utot neben den Personalien die Daten zur Beschreibung der Person und der Umstände ihres Verschwindens. Jeder neue Fall wird mit den bereits gemeldeten Fällen abgeglichen. Wird ein möglicher Zusammenhang zwischen einem Vermisstenfall und einer noch nicht identifizierten Person entdeckt, versucht die Polizei, die Übereinstimmung entweder zu bestätigen oder zu widerlegen. Dies erfolgt meist durch einen DNA-Abgleich.

Bestätigt sich der Verdacht, werden die Angehörigen informiert und der nun gelöste Fall aus der Datei Vermi/Utot, sowie INPOL gelöscht, da diese nur aktuelle Fälle beinhalten. Offen bleibt ein Fall bis zu seiner Aufklärung oder seinem Widerruf1, mindestens dreißig Jahre lang2.

Welche internationalen Stellen sollten Sie informieren, wenn die Person im Ausland vermisst wird?

Manche Personen verschwinden im Ausland oder verlassen die deutschen Grenzen nach ihrem Verschwinden. Ergeben sich Hinweise darauf, dass dies der Fall ist, richtet das Bundeskriminalamt ein "Ersuchen auf Mithilfe" an die Dienststellen der Internationalen kriminalpolizeilichen Organisation, Interpol. Sie selbst müssen nichts unternehmen, damit dies geschieht. Sollten Sie während eigener Recherchen jedoch Hinweise erhalten, dass sich der Vermisste im Ausland aufhält, informieren Sie die Polizeidienststelle. Die Beamten vor Ort überprüfen die Informationen und übernehmen die weiteren Schritte. Neben der Kontaktaufnahme mit Interpol können dazu die Aufnahme des Falls in weitere Systeme der Polizei, sowie in besonderen Fällen weltweite Vermisstenfahndungen gehören.1

Verschwindet ein deutscher Staatsangehöriger im Ausland, kann der Vermisstenfall dort gemeldet werden. Dies kann bei Urlaubern, aber auch bei Personen, die im Ausland leben, wie etwa bei Studenten in Auslandssemestern oder Expatriaten der Fall sein. Auch Ausländer, die ihren ersten Wohnsitz in Deutschland haben, können im Ausland als vermisst gemeldet werden. Meist reicht es, die Polizei zu informieren. Diese wendet sich dann an die jeweilige deutsche Auslandsvertretung, wie die Botschaft oder das Konsulat, sowie an die Polizei des jeweiligen Landes. Sie selbst müssen keine weiteren Schritte unternehmen, können sich aber mit dem Auswärtigen Amt in Verbindung setzen3.

Diese Daten sollten Sie nach Erstattung der Vermisstenanzeige bei der Polizei behalten

Haben Sie eine Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben, behalten Sie eine Kopie mit der Fallnummer. Möchten Sie später zusätzliche Angaben machen, können Sie dies unter Angabe der Fallnummer tun. Wenn möglich, notieren Sie sich den Namen des Polizeibeamten, der Ihren Fall übernommen hat. Wenden Sie sich bei Fragen oder neuen Informationen an diese Person.

So können Sie selbst zur Suche beitragen

Die Polizei kann erst tätig werden, wenn die Kriterien für den Vermisstenstatus erfüllt sind und verfügt über begrenzte Ressourcen. Auch wenn die Aufklärungsquote in Vermisstenfällen hoch ist, kann es nicht schaden, selbst zur Suche beizutragen. Leiten Sie alle Informationen, die Sie erhalten, direkt an die Polizei weiter.

Nehmen Sie Kontakt mit Verwandten, Freunden und Bekannten auf

Zuerst sollten Sie Kontakt zu jedem aufnehmen, der mit dem Vermissten in Verbindung steht. Vorrangig gehören dazu Freunde und Familienangehörige. Sie müssen sich nicht auf die engsten Angehörigen konzentrieren. Auch entfernte Verwandte oder Freunde von Verwandten könnten etwas gehört oder gesehen haben. Arbeitskollegen oder Mitglieder in Vereinen, besuchten Kursen oder einer Glaubenseinrichtung könnten ebenfalls mehr wissen, da sie den Vermissten regelmäßig sehen. Sprechen Sie zudem mit Nachbarn, aber auch mit Dienstleistern der Region wie Zustellern, Verkäufern, Fahrern des öffentlichen Nahverkehrs oder Ärzten.

Erkundigen Sie sich in diesen Gesprächen danach, wann und wo der Vermisste zuletzt gesehen wurde und ob sein aktueller Aufenthaltsort bekannt ist. Bitten Sie die Person, Sie zu kontaktieren, sofern sich etwas Neues ergibt. Notieren Sie die Informationen und fügen Sie neue Hinweise hinzu, sobald sich diese ergeben. Ihre Notizen sollten beinhalten, mit wem Sie wann gesprochen haben und welche Hinweise sich daraus ergeben haben.

Suchen Sie über Telefonbücher und die Telefonauskunft

Suchen Sie nach einer Person, mit der Sie seit längerer Zeit nicht mehr in Kontakt gestanden haben, sind Telefonbücher oder die Telefonauskunft eine weitere Anlaufstelle. Hier bieten sich die Gelben Seiten, Das Örtliche, 11880 oder Das Telefonbuch an. Diese Telefondienste verfügen über die Telefonnummern und manchmal Adressen von Personen und Firmen. Suchen Sie nach einer Telefonnummer oder nach dem Vor- und Zunamen der vermissten Person. Bitte beachten Sie jedoch, dass Privatpersonen das Recht haben, der Veröffentlichung Ihrer Informationen zu widersprechen.

Suchen Sie per GPS-Ortung eines Gerätes nach der vermissten Person

Nachdem eine Person verschwindet, ist der erste Weg der Kontaktaufnahme meist ein Anruf. Ist der Vermisste bewusstlos oder verletzt, kann er Anrufe jedoch nicht entgegennehmen. Eventuell weiß der Vermisste nicht einmal, wo er sich befindet. In solchen Fällen kann eine GPS-Ortung helfen. Diese wird von der Polizei durchgeführt. Je nach genutztem Satellitensystem kann der Umfang der Suche auf einen Kilometer bis hin zu wenigen Metern eingeschränkt werden. Die Polizei erhält diese Standortinformationen von den Betreibern der Telefondienste, darf diese aber nur verlangen, wenn von einer Gefahr für das Leben oder die Gesundheit des Gesuchten ausgegangen wird.4

Haben Sie Zugriff auf die Zugangsdaten für Accounts, können Sie einige Geräte selbst finden. Beispielsweise kann durch den Zugriff auf einen Google-Account ein Android-Smartphone oder eine Smartwatch gefunden werden.5 Selbst wenn Sie die Zugangsdaten nicht haben, erstellen Sie eine Liste aller Geräte, die eine Ortung erlauben. Neben iOS- und Android-Smartphones könnten dazu Kopfhörer, Wearables, aber Digitalkameras gehören.

Kontaktieren Sie Einrichtungen wie Krankenhäuser

Verschwindet eine Person in Folge eines Unfalls oder ähnlicher Umstände, besteht die Möglichkeit, Informationen über ihren Verbleib über diverse Einrichtungen zu erhalten. Kontaktieren Sie zunächst die Krankenhäuser in der Umgebung. Für den Fall, dass der Vermisste verunglückt ist, sollten Sie zudem mit Gerichtsmedizinern und Leichenschauhäusern in Kontakt treten. Eventuell liegen dem Verschwinden der Person auch andere Umstände zugrunde. Es könnte beispielsweise sein, dass diese mit den Behörden in Konflikt geraten ist. Rufen Sie daher auch beim nächstgelegenen Gefängnis an. Fragen Sie bei den Einrichtungen nach dem Vermissten unter Angabe des Vor- und Zunamens, sowie einer Beschreibung. Eventuell können Sie auch ein Foto des Vermissten per E-Mail schicken. Beschreibung und Foto können helfen, sofern eine nicht identifizierte Person eingeliefert wurde oder wird.

Nutzen Sie die Möglichkeiten der Online-Recherche wie Soziale Medien

Sie haben viele Möglichkeiten, online nach Informationen über vermisste Personen zu suchen. Hinweise ergeben sich etwa durch die letzten Posts auf Social Media-Kanälen oder Nachrichtenverläufe. Neben den Sozialen Medien spielt sich die Online-Personensuche insbesondere über die Webseiten von Suchdiensten, Personensuchmaschinen, Webregister gesuchter Personen, sowie die staatlichen Meldungsregister ab.

Jede Person, die in Deutschland vorübergehend oder dauerhaft registriert ist, findet sich in einem der staatlichen Melderegister der Kommunen und Bundesländer. Dort sind Vor- und Nachname, Geburtsdatum, Geschlecht, Staatsbürgerschaft, Adresse, Passdaten und weitere Informationen gespeichert. Zudem finden sich im Melderegister Archivdaten. Daher eignet sich das Melderegister insbesondere, um Personen zu finden, zu denen man schon vor längerer Zeit den Kontakt verloren hat. Um auf das Register zuzugreifen, füllen Sie ein Antragsformular aus. Der Zugriff kostet je nach Art und Umfang der Anfrage. Je nach zuständigem Bundesland müssen Sie zudem unterschiedliche Voraussetzungen erfüllen, um die Daten ausgehändigt zu bekommen. Möchten Sie sich selbst nicht die Mühe machen, die Anträge zu stellen, können Online-Portale diesen Service für Sie übernehmen.6

Melden Sie die Person auf Vermissten-Datenbanken und Schwarzen Brettern

Das Herausgeben von Informationen kann zur Aufklärung des Falls hilfreich sein. Melden Sie den Vermissten deshalb online bei Vermissten-Datenbanken, sowie auf Schwarzen Brettern. Dort können andere Personen die Anzeige sehen und neue Informationen liefern. Sie können die Datenbanken auch nach bereits getätigten Anzeigen durchsuchen. Konzentrieren Sie sich nicht nur auf eine Datenbank, sondern stellen Sie Ihre Anzeige an mehreren Stellen ein.

Informieren Sie Suchdienste, sowie internationale und/oder private Organisationen

Sie können sich Unterstützung durch Suchdienste, sowie durch private, nationale und internationale Organisationen suchen. Die Organisationen konzentrieren sich zum Teil auf bestimmte Vermisste wie Kinder oder Opfer bewaffneter Konflikte oder Katastrophen. Suchen Sie nach einem oder mehreren Diensten, die auf die vermisste Person und ihre Umstände passen. Bekannte Möglichkeiten sind der DRK Suchdienst, Restoring Family Links, die Initiative Vermisste Kinder, AMBER Alert, die Heilsarmee, sowie der International Tracing Service. Sie erreichen die jeweiligen Organisationen meist über deren Webseite oder per Telefon.6

Suchen Sie nach einer Person mit ausländischen Wurzeln, kann es hilfreich sein, sich an die entsprechende Gemeinschaft zu wenden. Suchen Sie Gesellschaften, Vereine, Seminare, Schulen, Künstlergruppen und andere Organisationen desselben Hintergrunds auf und fragen Sie nach Informationen über den Vermissten. Nicht alle Personen sind Mitglieder solcher Gruppierungen, eventuell finden Sie jedoch Hinweise auf weitere Bekannte. Hier verspricht sich insbesondere lokal Erfolg.

Verteilen Sie Flyer mit dem Bild und der Beschreibung der vermissten Person

Während Ihnen online viele Möglichkeiten gegeben sind, sollten Sie auch die Optionen, die Ihnen offline zur Verfügung stehen, nicht vernachlässigen. Verteilen Sie beispielsweise Flyer mit dem Bild und der Beschreibung des Vermissten und hängen Sie diese an strategisch gewählten Orten auf. Sowohl der Vermisste selbst, als auch Personen, die ihn gesehen haben, könnten sich bei Ihnen melden.

Die Flyer sollten Sie in den Gegenden in Umlauf bringen, in denen der Vermisste zuvor gewohnt hat oder wo er sich häufig aufgehalten hat. Dort ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass ihn andere kennen und sich an ihn erinnern. Gebäude, an denen besonders viele Personen vorbeikommen, wie Supermärkte, Banken, die Poststelle, Kirchen, Krankenhäuser oder Tankstellen, sind bestens geeignet. Schließen Sie auch Notunterkünfte für Obdachlose ein. Sollte der Vermisste in eine missliche Lage geraten sein, könnte er sich zeitweise dort aufgehalten haben oder dies in Zukunft tun.

Verwenden Sie für den Flyer ein aktuelles Foto des Vermissten, das gut erkennbar ist. Geben Sie außerdem das Alter, eine Beschreibung und das Datum an, an welchem die Person zuletzt gesehen wurde. Am besten hinterlassen Sie verschiedene Kanäle zur Kontaktaufnahme. So stellen Sie sicher, dass Personen mit Hinweisen Sie immer erreichen.

Beziehen Sie andere Personen in die Suche nach dem Vermissten ein

Je mehr Personen Sie in die Suche nach dem Vermissten einbeziehen, desto mehr Hinweise auf seinen Verbleib können gefunden werden. Schlagen Sie daher gezielt Wege ein, um andere Personen zur Mithilfe zu animieren.

Verbreiten Sie die Vermisstenanzeige in sozialen Netzwerken, sowie per E-Mail

Schicken Sie die Vermisstenanzeige mit Namen, Foto, sowie relevanten Informationen per E-Mail an Familie, Freunde und Bekannte und bitten Sie um deren Unterstützung. Teilen Sie die Informationen auch in den sozialen Netzwerken und bitten Sie darum, dass der Post geteilt wird. Jede Person, die die Informationen teilt, erhöht die Reichweite Ihres Posts. So kann die Vermisstenanzeige in der Region und darüber hinaus bekannt gemacht werden.

Informieren Sie die lokalen oder internationalen Medien

Auch die Medien können helfen, eine vermisste Person zu finden. Hierzu können Sie Anzeigen aufgeben, die Lokal- oder Regionalzeitung anschreiben oder lokale oder regionale Fernsehsender kontaktieren. Auch Blogs und Webseiten der Region können Sie anschreiben. Sprechen Sie vor der Kontaktaufnahme mit den Medien mit der Polizei. Zwar kann das Medieninteresse den Druck auf die Polizei erhöhen, den Fall schnell zu lösen, im Falle einer Straftat kann es die Gefahr für den Vermissten jedoch erhöhen oder dazu führen, dass Spuren beseitigt werden. Hier sollte genau abgewogen werden, ob und wann dieser Schritt gewagt wird.7

Engagieren Sie einen Privatdetektiv

Die Polizei bearbeitet viele Fälle und teilt Ressourcen entsprechend auf. Anders sieht es bei Privatdetektiven aus, die Sie selbst für die Suche nach der vermissten Person engagieren können. Beachten Sie jedoch, dass Detektive nicht in allen Umständen nach Personen suchen: Opfer von Katastrophen oder Kriegen etwa fallen in die Zuständigkeit von Suchdiensten und werden oft nicht übernommen.2

Um einen geeigneten Detektiv zu finden, können Sie eine Liste von Detektivagenturen zurate ziehen. Suchen Sie auch unter dem Stichwort Personensuchdienst und achten Sie auf Rezensionen, um die Qualität des Dienstleisters einzuschätzen. Entscheiden Sie sich am besten für einen Detektiv aus der näheren Umgebung, der vor Ort über die besten Informationsquellen verfügt.

Suchen Sie Hilfe bei Beratungsstellen oder Hotlines

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe, können Sie sich an Beratungsstellen und Hotlines wenden. Dazu gehören Einrichtungen der Suchdienste wie des DRK, aber auch Verbände wie ANUAS, der Hilfsorganisation für Angehörige von Mord-, Tötungs-, Suizid- und Vermisstenfällen.8

Die Suche nach einer vermissten Person kann großen seelischen Druck bedeuten. Vergessen Sie deshalb nicht, auch auf Ihre eigene Gesundheit zu achten. Neben Hotlines für Angehörige von Vermissten können Sie sich auch an allgemeine Sorgentelefone wenden.